Sicher, schnell und stabil in der City im Internet surfen

Start-up rüstet Stadt mit kostenlosem WLAN aus. Die Volksbank Beckum-Lippstadt ist Sponsor.

Ausgabe "Der Patriot" vom 03.05.2017


Lippstadt.
Beim Einkaufsbummel in der Stadt im Internet surfen, um die Spielzeiten vom Kinofilm zu prüfen, einen Tisch im Restaurant zu reservieren oder die wichtige EMail abzurufen – all das ist nun auch ohne mobile Datenverbindung in Lippstadt möglich: schnell, sicher und stabil. Das Start-up „My Spot“ und die Volksbank Beckum-Lippstadt rüsten die Stadt mit WLAN aus. Seit zehn Tagen gibt es die ersten Hotspots: kostenlosen Zugang haben Nutzer über das Netzwerk „free-wifi-plus“. Im Folgenden Fragen und Antworten dazu.

Die wichtigste Frage zuerst: Wie kommt der Nutzer ins Internet?
Um in der Innenstadt ins Internet zu gelangen, muss die WLAN-Funktion des Handys aktiviert sein. Findet das Gerät das Netzwerk „free-wifiplus“, ist der Nutzer vom Zugang quasi nur noch einen Tastendruck entfernt. „Das Portal öffnet sich automatisch, wenn man das Netzwerk auswählt“,  erklärt „My Spot“-Geschäftsführer Andreas Mattiza, gestern bei der Vorstellung des Projekts. Ein Kennwort – „die größte Hürde“ – muss nicht eingegeben werden. Dafür muss der Nutzer einmalig die Allgemeinen Geschäftsbedingungen akzeptieren. „Fortan erkennt das System einen bestehenden Nutzer automatisch“, sagt Mattiza. Das Handy wählt sich dann überall in das Netzwerk „freewifi-plus“ ein. Derzeit gibt es zwölf Hotspots in der Stadt, einen davon am Lippstädter Golfclub.

Wer steckt hinter der Digitalisierung der Lippstädter City?
Das Start-up „My Spot“ mit Sitz am Südertor macht die Verbindung zum Internet möglich. Erfahrungen mit der Technologie hat das junge Unternehmen, 2013 gegründet, unter anderem in Paderborn gesammelt. „Die Digitalisierung einer Stadt funktioniert nur unter einem Dach“, sagt „My Spot“- Gesellschafter Franz-Werner Drees. Unterstützung gibt es dabei zunächst für zwei Jahre von der Volksbank Beckum-Lippstadt. Bei Erfolg könne man sich vorstellen, das Projekt auch weiterhin zu unterstützen. „Das Konzept passt zu unserer Digitalisierungsagenda“, sagt Vorstandsvorsitzender Stefan Hoffmann. Es sei ein Projekt, das die Region stärken könne. Kosten? „Darüber schweigen wir uns aus“, so Hoffmann.

Wie funktioniert die Umsetzung?
Das „My Spot“-Konzept bringt Handel und Kunden an der Verkaufsstelle zusammen – in einem großen Netzwerk. Händler und Gastronomen
stellen ihre Internetverbindung zur Verfügung und lassen in ihren Räumen einen sogenannten Hotspot installieren, der quasi auf ihren Router aufgesattelt wird. Dafür muss der Händler seinen Anbieter nicht wechseln. Zudem fallen für ihn auch keine Kosten an. Der Kunde kann sich dann über Smartphone, Tablet oder Laptop „schnell und sicher“ in das auch für ihn kostenlose WLAN einwählen. „Hundert Hotspots in einer engen Region sind ein gutes Netzwerk“, sagt Andreas Mattiza. Händler und Gastronomen haben die Möglichkeit, die Kunden über branchenspezifische Inhalte zu informieren, „Es ist keine stumpfe Netzwerklösung“, sagt Mattiza. „Die Anbieter haben die Möglichkeit, Informationen einzubinden.“ Gleichzeitig könne zum Beispiel Nachbarschaftsmarketing betrieben werden – unter anderem könnten über das Netzwerk Gutscheine angeboten  werden. Angst vor einer Werbeflut müsse der Nutzer nicht haben. „Man muss sich nicht mit Werbung berieseln lassen“, macht Franz-Werner Drees deutlich.

Wie ist das mit der Sicherheit?
Die Lösung sei rechtssicher und einfach – nicht nur für den Nutzer, auch für den Anbieter. „In dem Netzwerk haben Nutzer nicht die Möglichkeit,
Seiten aufzurufen, die Netzverstöße zulassen“, sagt Mattiza. So können zum Beispiel keine pornografischen Inhalte geladen oder Seiten von illegalen Streaminganbietern aufgerufen werden. „Wir haben eine Verantwortung im öffentlichen Raum“, erklärt der Geschäftsführer. Wer es probiert kommt nicht weit. Der Weg führt direkt wieder zurück auf die Seite des Händlers, der den Hotspot anbietet.

Werden die Daten der Nutzer gesammelt?
Dokumentiert wird, wo und wie oft sich das Handy im Netzwerk ein- und auswählt. „Die Daten sind zu hundert Prozent anonym“, sagt Mattiza. „Sie können nicht zu Privatpersonen zurückverfolgt werden.“ Und wie ist das mit der Geschwindigkeit der Internetverbindung? Damit die Kunden möglichst flott im Internet unterwegs sein können, schaltet das Netzwerk sogenannte Popup-Werbung aus. Nicht nur Smartphones werden immer besser – auch die Werbung wird hochauflösender. „Aufwendige Bannerformate und Videos werden unterbunden, damit möglichst wenig Bandbreite verloren geht“, sagt Mattiza. Nutzer, die das Angebot nutzen möchten, um Apps zu aktualisieren, wird deshalb auch ein Strich durch die Rechnung gemacht.

Wer macht mit?
Zehn Tage läuft das Netzwerk jetzt. Zwölf Hotspots gibt es bereits in der Stadt. Nach und nach entstehen weitere. Neun weitere Hotspots stehen schon fest. 70 weitere Kandidaten auf einer Liste, wie Mario Deimel von der Volksbank Beckum-Lippstadt erklärt. „Auch Filialisten machen mit“, ergänzt Andreas Mattiza. Bestehende und geplante Hotspots können im Internet eingesehen werden: www.free-wifi-plus.de. „Wir fangen gerade erst an“, sagt Mattiza. „Unser Hotspot-Ziel ist ein hoher dreistelliger Bereich – nicht nur in der Innenstadt, auch in den Randbereichen.“ Unter anderem interessiere sich auch eine Schule dafür. In fünf bis sechs Wochen sollen 70 bis 80 Betriebe angeschlossen sein.

Was bedeutet die Digitalisierung für die Stadt?
Das Konzept hat Charme, freut sich Bürgermeister Christof Sommer. „Es ist eine positive Entwicklung für den Standort.“ Nun wolle man sehen, was daraus wird.

Machen sich für die Digitalisierung stark und stellten das Projekt vor (v.l.): Stefan Hoffmann, Andreas Mattiza, Jörg Deutschmann, Franz-Werner Drees und Christof Sommer.
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