Leitlinien „Nachhaltige Unternehmensführung“ der Volksbank Beckum-Lippstadt eG

Nachhaltigkeit ist ein normativer Schlüsselbegriff der modernen Gesellschaft. Seine  gewachsene Bedeutung ist Resultat zunehmender gesellschaftlicher Problemlagen,  angefangen von Armut über Umweltverschmutzungen bis hin zum Klimawandel.

Die Volksbank Beckum-Lippstadt verfolgt bewusst einen nachhaltigen Ansatz in ihrer strategischen Ausrichtung. Als ein ihrer Region verpflichtetes Unternehmen, bei dem als Genossenschaft vor Ort der soziale Nachhaltigkeitsaspekt Teil der Unternehmens-DNA ist, richtet die Bank ihre Geschäftspolitik auf die Erhaltung und Weiterentwicklung der heimischen Wirtschaftskraft aus. Dabei stiftet die Bank ihren Mitgliedern, Kunden, Mitarbeitern* und Geschäftspartnern ein breites Spektrum von ausgewogenen, betriebswirtschaftlich vertretbaren, strukturpolitischen Beiträgen (u.a. Dividende, Arbeitsplätze, Lohn- und Gewerbesteuer, Spenden, Sponsoring). Ökologische Aspekte vor allem im Bereich Beschaffung, Verbrauch und Mobilität nimmt die Bank noch stärker ins Bewusstsein.

Die nachfolgenden Leitlinien zur „Nachhaltigen Unternehmensführung“ stellen eine Konkretisierung der relevanten Ansatzpunkte des Themenbereichs „Nachhaltigkeit“ für die Volksbank Beckum-Lippstadt im Einklang mit der Gesamtbankstrategie dar.

Die Volksbank Beckum-Lippstadt macht es sich zur Aufgabe, die Aufbau- und Ablauforganisation unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten zu gestalten und die Prozesse kontinuierlich am Ziel eines nachhaltigen Handelns auszurichten. Hierzu werden die Grundsätze und Kriterien des Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK) herangezogen.

Die zentralen Themen und Handlungsfelder für die Volksbank Beckum-Lippstadt werden wie folgt definiert (die Reihenfolge ist keine Rangfolge):

  • Beschaffung: Veranwortung für die Wertschöpfungskette übernehmen
  • Investition und Modernisierung: ausgewogen entwickeln
  • Betriebsökologie: Ressourcen schonend nutzen
  • Produkte: verantwortungsvoll, bedarfsgerecht und fair beraten
  • Risikomanagement: Nachhaltigkeitsrisiken steuern
  • Personalmanagement: Menschen wertschätzen
  • Engagement in der Region: Gesellschaftliche Verantwortung leben
  • Kommunikation: offen und ehrlich miteinander umgehen

Beschaffung umfasst alle zur betrieblichen Leistungserstellung erforderlichen Güter und Dienstleistungen der Betriebs- und Geschäftsausstattung. Dazu gehören u.a. Ver- und Gebrauchsmaterialien, Geräte, Hardware, Software, Fahrzeuge, Strom oder Wärme. Für den Beschaffungsprozess werden zu den Faktoren Wirtschaftlichkeit und Kundenbeziehung gleichermaßen auch die weiteren Dimensionen der Nachhaltigkeit, d.h. ökologische und soziale Kriterien sowie das Prinzip der Regionalität herangezogen. Die Einkäufer erhalten dazu eine konkretisierende Leitlinie, in der auch festlegt wird, wie diese Kriterien unter Berücksichtigung der Wirtschaftlichkeit zu gewichten sind.

Investitions- bzw. Modernisierungsentscheidungen bei Immobilien und Standorten werden aufgrund ihrer Komplexität zumeist individuell vorgenommen. Aspekte der Ressourcenschonung spielen dabei nebst Fragen der Wirtschaftlichkeit und Standortpolitik eine entscheidende Rolle und werden in angemessenem Maße in Entscheidungsvorlagen inkludiert. Der Immobilienbestand wird einem regelmäßigen Screening unterworfen.

Die Bank ist ein Dienstleistungsunternehmen. Demnach ist der Verbrauch von (natürlichen) Ressourcen nicht Teil des Geschäftsmodells. Gleichwohl ist es der Bank wichtig, den ökologischen Fußabdruck möglichst klein zu halten.

Als wesentliche Verbräuche wurden folgende Ressourcen identifiziert:

  • Strom und Wärmeenergie
  • Papier und sonstige Verbrauchsmaterialien
  • Wasser
  • Mobilität / Reisetätigkeiten
  • Abfall / ausgesonderte IT
  • Flächenbedarf
  • Datenspeicherung / Datenarchivierung

Die Nutzung von Ressourcen erfolgt noch verbrauchsschonender. Unsere Mitarbeiter werden angehalten und sensibilisiert, beim Verbrauch entsprechend vorzugehen.

Produkte: verantwortungsvoll, bedarfsgerecht und fair beraten

Als regionales Kreditinstitut stellt die Volksbank Beckum-Lippstadt allen Unternehmen und Bürgern im Geschäftsgebiet umfassenden Zugang zu modernen Finanzdienstleistungen auf diversen Kanälen zur Verfügung. Auch wirtschaftlich schwächeren Personen ermöglicht die Bank die Teilnahme am Wirtschaftsleben und stellt Basis-Bankdienstleistungen für jedermann bereit.

Die Bank bietet den Kunden auch Produkte an, die einen besonderen Fokus auf Nachhaltigkeit legen.

Produktpalette

  • Die gesamte Produktpalette der Bank wird regelmäßig unter Aspekten der Nachhaltigkeit evaluiert und bei Bedarf angepasst. Dabei hinterfragen wir neben dem Nutzen und der Wirkung der Produkte auch die Nachhaltigkeit der Produktanbieter. Insbesondere Produkte und Produktkombinationen mit fragwürdigem Kundennutzen oder Produkte von Anbietern, die keinen Wert auf Nachhaltigkeit legen, werden kritisch hinterfragt.

Kundenkredite

  • Die Kreditvergabe erfolgt unter angemessener Berücksichtigung von Nachhaltigkeit. So erfolgt grundsätzlich keine Kreditvergabe an Unternehmen, deren strategische Ausrichtung die von uns definierten Nachhaltigkeitskriterien nicht erfüllt.
  • Förderkredite bzw.  Förderprogramme werden stets angeboten. Bei ungünstiger Kosten-Nutzen-Relation des Förderkredits für die Bank wird dieser aus hauseigenen Mitteln zu marktgerechten Konditionen angeboten.

Kundenanlagen

  • Das Thema der nachhaltigen Geldanlage und deren Wirkung ist ein verbindlicher  Bestandteil jeder Anlageberatung. Daher beraten wir unsere Kunden über die gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Anforderungen hinaus.

Eigenanlagen

  • Grundsätzlich erfolgt die Geldanlage der Bank unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten.
  • Ausgeschlossen sind dabei Anlagen in Produkten oder Emittenten, deren strategische Ausrichtung die von uns definierten Nachhaltigkeitskriterien nicht erfüllen. Bestehen solche Positionen bei den Eigenanlagen, werden diese innerhalb eines angemessenen Zeitrahmens reduziert bzw. vollständig abgebaut.

Nachhaltigkeitsrisiken sind Ereignisse oder Bedingungen aus den Bereichen Umwelt, Soziales oder Unternehmensführung, deren Eintreten tatsächlich oder potenziell erheblich negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie auf die Reputation eines Unternehmens haben können. Die aktuellen klimatischen, umweltbezogenen und sozialen Veränderungen können materielle Risiken für komplette Wirtschaftszweige und damit auch für den gesamten Finanzmarkt bergen.

Das Merkblatt der BaFin vom 30.1.2020 knüpft in dieser Problemlage direkt an die in § 25a KWG, § 26 VAG, § 28 KAGB und § 80 WpHG genannten Anforderungen zum Risikomanagement an, wonach implizit auch Nachhaltigkeitsrisiken zu messen und zu steuern sind. Die Bank definiert dabei zunächst die wesentlichen Nachhaltigkeitsrisiken, setzt sich mit ihnen auseinander und berücksichtigt diese in den Prozessen der Gesamtbanksteuerung.

Das Personalmanagement orientiert sich an den Grundsätzen der Nachhaltigkeit. Hierbei wird insbesondere Augenmerk auf die drei DNK – Kriterien

  • Arbeitnehmerrechte
  • Chancengerechtigkeit
  • Qualifizierung

gelegt.

In der Personalstrategie sowie in diversen Betriebsvereinbarungen sind Regelungen enthalten, durch deren Umsetzung den Mitarbeitern weitergehende materielle und immaterielle Leistungsanreize und Möglichkeiten zur persönlichen Entwicklung zu Teil werden:

  • Vereinbarkeit von Familie und Beruf
  • Anreiz- und Zielsystem
  • Gleichstellung
  • Faire Entlohnung und diverse Mitarbeitervorzüge
  • Fortbildung
  • Personalentwicklung / Perspektive
  • Betriebliches Gesundheitsmanagement


Die Führungskräfte entwickeln in speziellen Informations- und Kommunikationsforen stetig ihr gemeinsames Verständnis der Führung weiter.

Die Bank begrüßt das ehrenamtliche Engagement ihrer Mitarbeiter. Die Übernahme von Funktionen bei Vereinen und Einrichtungen wie z.B. der freiwilligen Feuerwehr entspricht dem genossenschaftlichen Wertekodex („Was einer allein nicht schafft, das erreichen viele!“).

Die Bank engagiert sich in ihrer Region u.a. durch Spenden und Sponsoring. Des Weiteren stellt sie allen Menschen in der Region eine Crowdfunding – Plattform zur Verfügung, um Mittel für soziale und private Projekte zum Nutzen der Region und deren Einwohner zu sammeln.

Nachhaltige Kommunikation steht aus Sicht der Bank für eine Form der Interaktion, die von Wertschätzung, Respekt und Ehrlichkeit in Bezug auf den Gesprächspartner gekennzeichnet ist und auf eine langfristige Beziehung hinzielt.

  • Authentisch: Kommunikation wirkt echt, wenn sie zu der Person, zum Inhalt und zu den Umständen passt und als synchrone Aussage von Sprache, Körpersprache und Inhalt wahrgenommen wird.
  • Werteorientiert: Nachhaltig meint hier eine Kommunikation auf der Grundlage von Werten wie z.B. Ehrlichkeit, Verantwortung und Respekt.
  • Empathisch: Zum einen geht es um die Fähigkeit, Gedanken, Emotionen und Gefühle des Gegenübers zu erkennen und zu verstehen. Zum anderen meint empathisches Verhalten auch das Einfühlen und Einlassen auf die Gefühle des Gegenübers, z.B. durch Anteilnahme oder Mitleid.
  • Partnerschaftlich: Ebenso wichtig wie die Rolle des Sprechers ist die Rolle des Zuhörers bzw. Feedback-Gebers. Beide werden als gleichberechtigt gesehen.
  • Zuhörerorientiert: Der Sprecher richtet seine Darstellung an dem Adressaten aus und vermittelt Informationen klar, einfach, verständlich und strukturiert.
  • Verbindlich: Am Ende einer nachhaltigen Kommunikation stehen vereinbarte Fakten, Ziele, Wege, die im Gespräch vereinbart bzw. festgelegt wurden.

Quelle: Gabler Wirtschaftslexikon

Diese Grundsätze gelten sowohl für die Kommunikation mit unseren Mitarbeitern als auch mit unseren Mitgliedern, Kunden und sonstigen Geschäftspartnern.