7. Volksbank Wirtschaftsforum

Lippstädter Wirtschaftspreis geht an Abbruch-, Recycling- und Entsorgungsbetrieb Wilhelm Knepper / Ex-Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement zu Gast

Lippstadt.  Innovatives aus Lippstadt und Politisches aus Deutschland und Europa standen beim siebten Volksbank Wirtschaftsforum im Focus. Neben der Verleihung des Wirtschaftspreises an das Lippstädter Unternehmen Wilhelm Knepper warfen Gastgeber Stefan Hoffmann, Vorsitzender des Vorstands der Volksbank Beckum-Lippstadt, und der ehemalige Bundeswirtschaftsminister und frühere NRW-Minister Wolfgang Clement einen Ausblick auf die aktuelle wirtschaftliche Lage in Deutschland und in Europa.
Hoffmann äußerte sich in seiner Begrüßung im mit 800 Besuchern ausgebuchten Stadttheater zur aktuellen Flüchtlingsdebatte. Er betonte, dass es Solidarität nicht zum Nulltarif gebe. Außerdem nahm er Bezug auf die aktuellen Landtagswahlen vom vergangen Wochenende, die gezeigt hätten, dass die Flüchtlingspolitik in Deutschland polarisiert.
Die aktuelle Leitzinssenkung stellte der Vorstandsvorsitzende in Frage. „Die EZB-Politik mag umsonst sein, kostenlos ist sie bei weitem nicht. Den Preis für die Rettungsbemühungen der EZB zahlen wir alle, vor allem die Sparer. Diese werden enteignet, um die Währungsunion zu retten“, so sein Fazit.  

Stefan Hoffmann lobte in seiner Rede auch den starken Lippstädter Mittelstand für seine innovativen Ideen und seinen nachhaltigen Erfolg. Den siebten Lippstädter Wirtschaftspreis zur Förderung der hiesigen Unternehmen vergab die fünfköpfige Jury dieses Jahr an das Familienunternehmen Wilhelm Knepper. Die Auswahl fiel laut Bürgermeister Christof Sommer nicht leicht. „Wir hatten dieses Jahr wieder eine beachtliche Zahl innovativer heimischer Unternehmen zur Auswahl – ein Beweis für die Qualität und Leistungsfähigkeit des Wirtschaftstandortes Lippstadt“, so Sommer in seiner Laudatio.
Stefan Hoffmann und Christof Sommer übergaben den Preis an Carsten Knepper, Enkel des Firmengründers Wilhelm Knepper und heutigen geschäftsführenden Gesellschafter. Die Firma Wilhelm Knepper ist ein kontinuierlich gewachsener Abbruch-, Entsorgungs- und Recyclingbetrieb. 1952 als Ein-Mann-Unternehmen gegründet, beschäftigt Knepper heute aktuell 105 Mitarbeiter. Der Preisträger bekannte sich in seiner Dankesrede klar zum Firmensitz in Lippstadt und zum Familienunternehmen. Dabei seien die Angestellten der Motor und das Rückgrat des Betriebes. „Unsere Mitarbeiter, von der Führungskraft bis hin zu den Jungs draußen, die körperlich hart arbeiten, sind unser wichtigstes Kapital“, so Carsten Knepper. Der Lippstädter Wirtschaftspreis besteht neben einer Skulptur aus einem Imagefilm über das Unternehmen, dessen Kosten die Volksbank Beckum-Lippstadt übernimmt.

Gastvortrag von Wolfgang Clement

Glückwünsche konnte der Preisträger auch von Wolfgang Clement entgegennehmen. Der ehemalige NRW-Ministerpräsident und Bundeswirtschaftsminister sprach im ausgebuchten Stadttheater über notwendige politische und wirtschaftliche Veränderungen in Deutschland und in Europa. Im Hinblick auf den Preisträger machte er deutlich, dass ohne Unternehmer die Zukunftsfähigkeit eines Landes nicht mehr gegeben sei.
Der selbsternannte Sozialdemokrat ohne Parteibuch bezog klar und mit eigener Meinung Stellung zu Themen wie unter anderem den aktuellen Landtagswahlen, der Flüchtlingskrise und dem Bildungssystem. Im Hinblick auf die Flüchtlingskrise merkte er an, dass eine Solidarität zwischen den Staaten zwingend erforderlich sei: „Wir müssen uns als Schicksalsgemeinschaft verstehen, Solidarität zeigen und den Menschen eine Perspektive geben“.  Der Flüchtlings-Zustrom könne durchaus auch als Chance gewertet werden: Deutschland sei das Land in der Welt mit der schwächsten Geburtenrate.  „Wir brauchen Zuwanderung, um die wirtschaftliche Entwicklung des Landes stabil zu halten“, erklärte er abschließend.