8. Volksbank Wirtschaftsforum

Lippstädter Wirtschaftspreis geht an „Pöttker –Transforming Furniture“ Ifo-Präsident Prof. Dr. Clemens Fuest zu Gast

Beckum/Lippstadt. Wer seit Jahrzehnten erfolgreich „Hightech im Verborgenen“ produziert, innovative Ideen hat und erfolgreich auf Expansionskurs ist, verdient gebührende Anerkennung: Diese erhielt das Lippstädter Unternehmen „Pöttker- Transforming Furniture“ am Montagabend mit der Verleihung des diesjährigen Wirtschaftspreises der Volksbank Beckum-Lippstadt.
Bis auf den letzten Platz war das Stadttheater ausgebucht. Das gesellschaftliche  Großereignis zieht alljährlich neben geladenen Kunden auch Gäste aus Politik und Verwaltung an und wird jedes Jahr mit Spannung erwartet, denn neben der Verleihung des Wirtschaftspreises referiert ein hochkarätiger Gastredner.
Bankvorstand Stefan Hoffmann stellte sich in seiner Rede zu politischen und wirtschaftlichen Themen rund um Trump und den Brexit die Frage, was „America first“ für Deutschland bedeute: „Kann eine solche Aussage in einer globalisierten Welt überhaupt ernst gemeint sein?“ Zudem zeigte er sich besorgt, dass im Euroraum immer mehr Nationalismus und Populismus um sich greifen würden.
Den 8. Lippstädter Wirtschaftspreis zur Förderung der hiesigen Unternehmen vergab die Jury dieses Jahr an „Pöttker - Transforming Furniture“. Das Unternehmen produziert Tischauszüge, -rahmen und -gestelle.  „Pöttker ist es gelungen, seine Produkte und Angebote den Marktanforderungen anzupassen und vollständig neue Angebote für die wachsende Kundschaft zu entwickeln“, so Bürgermeister Christof Sommer in seiner Laudatio.
„Pöttker- Transforming Furniture“  ist ein in dritter Generation geführtes Unternehmen. 1923 gegründet, arbeiten heute am Standort Lippstadt rund 100 Mitarbeiter.  Im letzten Jahr wurden rund 4.000 Tonnen Stahl und 1.200 Tonnen Aluminium verarbeitet. In Lippstadt investierte das Unternehmen in den vergangenen zwei Jahren mehr als vier Millionen Euro.  Pöttker arbeitet mit mehr als 80 Prozent der deutschen Tischhersteller zusammen und gehört zu den weltweiten Marktführern.
„Um ihre Produkte zu Gesicht zu bekommen, muss man unter dem Tisch liegen“, so der nicht ganz ernst gemeinte Tipp von Stefan Hoffmann. Er wies darauf hin, dass die Tischauszugssysteme widerstandslos und zuverlässig mehr oder weniger im Verborgenen wirkten. Einen Einblick in die Arbeit des Unternehmens gab der Imagefilm, der mit dem Wirtschaftspreis verbunden ist und dessen Kosten die Volksbank-Beckum-Lippstadt übernimmt.  
„Der Wirtschaftspreis honoriert letztendlich die Unternehmensleistung über nunmehr drei Generationen inclusive aller Mitarbeiter“, galt Godehard Pöttkers  Dank neben seiner Familie auch dem Motor des Unternehmens, den Angestellten.  Er unterstrich, dass die Unternehmer in Lippstadt das Fundament der heimischen Wirtschaft bildeten: „Unser Engagement wird durch diesen Preis sichtbar gemacht. Vielen Dank dafür“. 

Vorhang auf für den neuen Wirtschaftspreis-Träger: Geschäftsführer Godehard Pöttker (Mitte) nahm die Auszeichnung von Lippstadts Bürgermeister Christof Sommer (rechts) und dem Volksbank-Vorstandsvorsitzenden Stefan Hoffmann entgegen.

Gastvortrag von Prof Dr. Clemens Fuest

Fast ein Heimspiel hatte Gastredner Prof. Dr. Clemens Fuest, der einen engen Bezug zum Geschäftsgebiet des Geldinstitutes hat: In Eringerfeld aufgewachsen und in Geseke Abitur gemacht, sprach der Präsident des renommierten Münchner ifo-Instituts unter anderem zu den Themen Schuldenkontrolle, Reform des Europäischen Rettungsmechanismus ESM sowie Stärkung der nationalen Wirtschaftspolitik.    
Er führte aus, dass die Europäische Union in einer existenziellen Krise stecke. Wirtschaftliche und politische Unsicherheiten wie Trump, Brexit, Griechenland und Italien sorgten für eine ungewisse Zukunft. Europa brauche gerade jetzt Stabilität. Die Konjunkturaussichten für 2017 sieht Prof. Dr. Fuest als stabil an. Er erwarte jedoch, dass wegen der Unsicherheit in Italien der Eurokurs unter Druck gerate. Der abschließende Rat des Ökonomen, der mit herzlichem Applaus verabschiedet wurde: „Deutschland soll sich für die Reform der Eurozone stärker engagieren“.

Hochkarätiger Gastreferent mit Heimspiel: Prof. Dr. Clemens Fuest, Präsident des renommierten Münchner ifo-Wirtschaftsforschungsinstituts, referierte zum Thema „Die deutsche Wirtschaft zwischen Brexit, Trump und Eurokrise“.